Umkehrung der Sicht

Kurt Buchwald - Fotografie, Installation, Objekte

16. April 2019 bis 16. Juni 2019

Neue Sächsische Galerie Chemnitz

Kurt Buchwald - Röhren aller Länder vereinigt euch, 2003, ,© VG Bild-Kunst Bonn 2019
Kurt Buchwald - Bahn mit Zeichen, Augustusburg 1985, © VG Bild-Kunst Bonn 2019
Kurt Buchwald - Kippbild, Marseille, 2013, © VG Bild-Kunst Bonn 2019

Fotografieren fotografieren - dieser Titel einer frühen Arbeit aus den 80er Jahren deutet bereits die programmatische Haltung Kurt Buchwalds an. Die Selbstreflexion des Bilderschaffenden, die Sichtbarmachung der fotografischen Arbeit als gestalterischen Prozess - einen aufklärenden Umgang mit dem Bild und zugleich die Erforschung seiner Möglichkeiten beschäftigen den Künstler zeitlebens. So entstand ein unverwechselbares Ouevre, das sich auch zunehmend Möglichkeiten des Performativen und der Objektkunst erschloss. Früh verfolgte Kurt Buchwald als Bild- und Aktionskünstler einen medien- und gesellschaftskritischen Ansatz. Das Performative, das Apparative und die daraus folgenden Konsequenzen spielen eine Rolle. Er thematisiert die Mechanismen der Bildherstellung als auch der Bildwahrnehmung und der Wirkung von Fotografie. Der Künstler hinterfragt diese sowohl kritisch als auch ironisch.

Die Ausstellung umfasst alle wesentlichen Werkkomplexe Buchwalds. Neben bisher unveröffentlichten Blendenbildern (1994/96) die Werkgruppen Im Kreis der Wahrnehmung (2002–11), Im Kasten (2012), Kippbilder (2013) und jüngst entstandene Werkkomplexe. Erstmals werden zusammenfassend seine Aktionen aus den 80er, den 90er und den 2000er Jahren gezeigt. Bekannt wurde die Aktion Fotografieren verboten (1988-2005), das Amt für Wahrnehmungsstörung (1994ff.) und die Aktion der Röhrenmenschen (2003-06).

„Auf seinem Seitenweg in die Fotografie als Kunstaktion, die zu seiner Berufung wurde, interessierte ihn weniger das fertige Bild als die Analyse der bildgebenden Verfahren und der fotografischen Apparatur“. Eckhard J. Gillen, 2018

 

Katalog: Limes Mundi - Die Umkehrung der Sicht (Galerie Pankow, Neue Sächsische Galerie), 2018

Kurt Buchwald:
1953 in Lutherstadt Wittenberg geboren, lebt seit 1982 in Berlin
1976 - 1981 Ingenieurstudium an der TH Karl-Marx-Stadt I 1979 Kontakt mit dem Kreis um die Künstlergruppe Clara Mosch I 1989 - 1991 Meisterschüler bei Lothar Reher an der Akademie der Künste, Berlin I 1991 - 2004 Stipendien, u.a. Schloss Wiepersdorf, Barkenhof Worpswede, Villa Serpentara (AdK Berlin) I 1988 - 2005 Aktion "Fotografieren verboten!“ I ab 1993 Amt für Wahrnehmungsstörung I ab 1990 Installationen und Objekte I 2005 Gründung der Röhrenpartei W.A.R.U.M. I 2005 M.A. UdK Berlin, Institut Kunst im Kontext I 2003 - 2016 Community Art und Projektarbeit I 2015 - 2016 Erarbeitung der Monografie „Sichtabsicht“ I Mitglied im BBK, der DgPh und der Deutschen Fotografischen Akademie

 

Begleitprogramm

Freitag, 26. April 2019 um 19 Uhr
Künstlergespräch und Rundgang mit Kurt Buchwald
Kurt Buchwald befragt von Uwe Gellner, Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen (Magdeburg)

Samstag, 11. Mai 2019 18 Uhr - 1 Uhr
Schattenbilder Besucher erstellen eigene Fotogramme.
Museumsnacht

Sonntag, 16. Juni 2019 um 14 Uhr
Kunst in Familie: Fotografieren fotografieren!


Museumspädagogisches Angebot

Blickwechsel und Bildstörung - Experimente mit Fotografie ab Klassenstufe 9

 

Öffentliche Führung dienstags 17 Uhr


Pressemitteilung

 

Ausstellungszeitraum: 16. April bis 16. Juni 2019

Gefördert vom Büro für städtisches Kulturmanagement Chemnitz und dem Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V.  
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

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