wende mittendrin

Künstlerische Lebenswege markiert vom Einschnitt der Wende.

10. September 2019 bis 24. November 2019

Neue Sächsische Galerie Chemnitz

Wolfgang Smy - Kaltwasser, 1988-89, 246 cm x 358 cm, Öl auf Leinwand, © VG Bild-Kunst Bonn 2019
Erika Stürmer-Alex - Tag und Nacht zu Tische, 1989/90, 255 x 50 x 52 cm, 120 x 90 x 90 cm, 230 x 64 x 50 cm, Holz, Draht, Polyesterlaminat
Wolfgang Henne - Neue deutsche Bodensatzbibliothek, Band 33, 1997, © VG Bild-Kunst Bonn 2019
Helfried Strauss, aus: Hände, 2019, Fotografie
Wolfgang Henne - talu muru exotic, der wolf und der rote stern, 1989, Mischtechnik auf gemustertem Bettbezug, 140 x 100 cm, Privatsammlung, © VG Bild-Kunst Bonn 2019
Erika Stürmer-Alex - Hirsch für Liebenberg, 2004, Styropor, Äste, Kleber, Lack, Höhe 196 cm

ERIKA STÜRMER-ALEX Skulptur / Installation
HELFRIED STRAUSS Fotografie
WOLFGANG SMY Malerei / Druckgrafik
WOLFGANG HENNE Zeichnung / Objekt / Künstlerbuch.


30 Jahre seit der Wende. Eine Zeitspanne, die fast ein ganzes Arbeitsleben erfasst - fast. Genug Zeit, um alle Wege und Irrwege der künstlerischen Suche zu gehen und Herausforderungen der Zeit eigene Antworten zu geben. Die Wende wurde für Künstler*innen nur dann eine Wende mit dem ganzen Gewicht des Wortes, wenn es vorher ein relevantes Werk gab. Zuvorderst handelt es sich bei der Wende um ein politisches Ereignis. Jedoch haben die Diskussionen und Ausstellungen der Jahre danach gezeigt, dass sie der entscheidende Punkt für die Klärung des Selbstverständnisses der Künstler aus der DDR wurde. Einerseits gab es vom Westen her die nicht enden wollenden Diffamierungen aller Produktion in der DDR als einer Nichtkunst, deren Ignoranz in Teilen bis heute anhält, andererseits die alltäglichen Erfahrungen der einzelnen auf dem neuen Kunstmarkt, mit neuen oder ausbleibenden Auftraggebern, die Impulse bislang unbekannter Gegenwartskunst des Westens, neue Arbeitstechnologien und Materialien, die Selbstbefragung, das Gedächtnis einer abgeschlossenen Zeit. Alles geriet in Bewegung, wurde infrage gestellt, erforderte eine neu fundierte Haltung und selbstkritische Rückblicke.

Diese Ausstellung betrachtet das künstlerische Werk von vier herausragenden Vertreter*innen der Ostkunst in seinem Wandel parallel zu den gesellschaftlichen Umbrüchen. Welchen Einfluss hatte die Wende von 1989/90 auf das künstlerische Werk verschiedener Akteure genommen? Wie stark stehen gesellschaftliche Einflüsse und die persönlichen Entwicklungsschritte im Wechselspiel? Wir haben vier bekannte Künstler*innen ausgewählt, die mit Stringenz ihr Werk noch zu DDR-Zeiten begannen, nicht auswanderten, die Wende vor Ort erlebten und unter den neu entstandenen Bedingungen bis heute arbeiten.


Die Ausstellung folgt künstlerischen Entwicklungswegen in verschiedenen Arbeitsfeldern: ERIKA STÜRMER-ALEX Skulptur / Installation, HELFRIED STRAUSS Fotografie, WOLFGANG SMY Malerei / Druckgrafik, WOLFGANG HENNE Zeichnung / Objekt / Künstlerbuch.

Parallel präsentieren wir vier für diese Ausstellung produzierte Interviewfilme, die die Ausgewählten ausführlich zu Wort kommen lassen, Erfahrungen, Umstände, Einsichten zur Sprache bringen und Blicke auf weitere, hier nicht vorgestellte Arbeiten gewähren.


Erika Stürmer-Alex:
1938 in Wriezen geboren I 1958-63 Studium Malerei, Grafik und Kunst am Bau an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee I 1975 Erweiterung der Malerei und Grafik zur Collagenplastik, erste Aufträge Kunst am Bau I 1982 Erwerb eines Gehöftes in Lietzen Kreis Seelow als Arbeits- und Wohnort I 1992 Förderpreis des Landes Brandenburg I 1993-94 Studienaufenthalte in London, Rom (Villa Massimo), in Brasilien, im Künstlerhaus Schloß Wiepersdorf der Stiftung Kulturfonds I 2007 Stipendium der Ostdeutschen Sparkassenstiftung I stuermer-alex.de

Helfried Strauss:
1943 in Plauen geboren I Studium und ab 1978 Lehrtätigkeit an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig I 1993-2008 Professor für Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig I Fotoprojekte: Leipziger Schrebergärten 1997 I Leipzig-Panoramen 1990 - 96 I Parks und Gärten von Peter Joseph Lenné 1987- 89 I Moskauer Gräber 1987 I Sanssouci 1981 - 91 I Fähre Höfgen 1979 - 83 I Moskaubilder 1969 - 73 I Bücher: Weltnest - Literarisches Leben in Leipzig 1970 - 1990, Sanssouci - Skulptur im Park, Die Mühle in Brehna, Die Fähre, In Moskau I helfriedstrauss.com

Wolfgang Smy:
1952 in Dresden geboren I Facharbeiterabschlüsse als Mechaniker und Baufacharbeiter, Abitur I 1974 – 79 Studium an den Kunsthochschulen Dresden und Leipzig, Diplom – seither freiberuflich I 1980 – 81 Akt- und Landschaftszeichnen an den Moritzburger Teichen – Brücke Gedächtnissommer I seit 1984 Arbeit an Stahlskulpturen und Objekten, Teilnahme an Symposien I 1992 Aufstellung von 2 Großplastiken im Stadtraum von Jena I 1993 – 94 Stipendium an der Cité Internationale des Arts, Paris I 1994 Arbeitsaufenthalt in Südafrika I 1999 mit Karola Smy Arbeit am Projekt und Herausgabe des Buches „Der Leinpfad“ I lebt und arbeitet in Kreischa bei Dresden I wolfgang-smy.de

Wolfgang Henne:
1949 geboren in Leipzig I 1968 Abitur, Buchhändlerlehre I 1975 – 80 Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Irmgard Horlbeck-Kappler I 1983 – 85 Meisterschüler an der Akademie der Künste Berlin bei Werner Klemke I 1983 die Farblithografie Schwellkörperflug entsteht I 1987 Beginn der Herstellung der Bodensatzbücher I 1992 Beschäf tigung mit Keramik in der Schaddelmühle bei Frank Brinkmann I 2004 erste Veröffentlichung einer Hörstück-CD I 2005 - 07 Lehrauftrag an der HGB Leipzig I seit 1980 Arbeit für den Verein Leipziger Grafikbörse e.V. I lebt und arbeitet in Leipzig I wolfgang-henne-leipzig.de

Begleitprogramm

Sonntag, 15. September, 14 Uhr
Kunst in Familie: Im Schwimmbad und auf der U-Bahn-Station – Figurenbilder im Hochdruck

Samstag, 28. September, 14 Uhr
Öffentliche Führung

Sonntag, 29. September, 11 Uhr
Neue Deutsche Fröhlichkeit
Künstlergespräch und Rundgang mit Wolfgang Henne und Erika Stürmer-Alex

Sonntag, 24. November, 11 Uhr
Finissage: Chemnitzer Künstler als Zeitzeugen der Wende im Gespräch

Sonntag, 24. November, 14 Uhr
Kunst in Familie: Kneten, formen, kombinieren...

 

 

begleitendes Kinoprogramm im Kino Metropol:

Donnerstag, 26. September, 18 Uhr
Helke Misselwitz: Winter ade‘ (1988)

Mittwoch, 2. Oktober, 18 Uhr
Andreas Dresen: Stilles Land (1992)

Donnerstag, 24. Oktober, 18 Uhr
Andreas Voigt: Alles andere zeigt die Zeit (2015)

 

 

Museumspädagogische Angebote

Frau Langbein und Herr Eierkopf (Vorschule)
Forme was, das Du nicht kennst! (Grundschule Klassenstufe 1-4)
Von Philisterköpfen und Rückenschwimmern
(ab Klassenstufe 8)


Öffentliche Führung dienstags 17 Uhr


Pressemitteilung

Ausstellungszeitraum: 10. September 2019 bis 24. November 2019

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, vom Büro für städtisches Kulturmanagement Chemnitz und dem Neue Chemnitzer Kunsthütte e.V.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

Zurück